Unser Neuanfang
Open Knowledge Austria startet neu
Eine Geschichte, die wir weitertragen wollen. Ein Neuanfang für offene Daten, geteiltes Wissen und Technologie im Dienst aller.

Wissen wird wertvoll, wenn Menschen es hinterfragen, mit anderen Erkenntnissen verbinden und nutzen können. Diese Überzeugung bringt uns zusammen: Open Knowledge Austria startet neu.
Wir bauen eine neue österreichische Organisation für offene Daten, geteiltes Wissen und Technologie im Dienst des Gemeinwohls auf. Unser Ausgangspunkt ist Wien. Unsere Einladung gilt allen, die Informationen zugänglicher, verständlicher und nutzbarer machen wollen.
Hinter diesem Anfang steht eine Geschichte. Vor ihm liegt eine veränderte Welt.
Eine österreichische Geschichte, die wir weitertragen wollen
Die österreichische Open-Knowledge-Community hat aus einer anspruchsvollen Idee praktische Arbeit gemacht. In einem Bericht für die Open Knowledge Foundation von 2012 beschrieb Martin Kaltenböck die Gründung des Open Knowledge Forum Austria Anfang 2011 in Wien. Dazu gehörten die Unterstützung kommunaler Datenportale, Veranstaltungen und die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Der Community-Bericht von 2016 zeigt ein breites Engagement: Open Science, Datenkompetenz, Vienna Open Data Meetups und die Zusammenarbeit mit Wikimedia Österreich am OpenDataPortal. Hier machten Menschen Offenheit im Alltag nutzbar.
Das Open Knowledge Forum Austria entsteht in Wien.
Das damalige österreichische Chapter löst sich zum Jahresende auf.
Eine neue Initiative von Open Knowledge Austria beginnt ihre Arbeit.
Das Länderarchiv der Foundation hält fest, dass sich das damalige Chapter Ende 2018 auflöste. Auch das gehört zu dieser Geschichte. Wir würdigen die Menschen, die die frühere Community aufgebaut haben, und die Projekte, Fähigkeiten und Verbindungen, die daraus entstanden sind.
Das heutige OKAT ist eine neue Organisation, die dieses Anliegen aufgreift. Die Verbindung liegt in der Überzeugung: Menschen sollen Wissen gemeinsam prüfen, teilen und nutzen können.
Warum gerade jetzt neu beginnen?
Wir erreichen mehr Informationen als noch vor einer Generation. Zugleich scheint es oft schwieriger, eine gemeinsame Gesprächsgrundlage zu finden. Debatten verteilen sich auf Plattformen, Sprachen, Institutionen und Länder. Ein öffentliches Dokument kann praktisch unerreichbar bleiben. Ein Datensatz kann zum Download bereitstehen und ohne Unterstützung trotzdem unverständlich sein.
Künstliche Intelligenz fügt eine weitere Ebene hinzu. Sie kann helfen, einen unbekannten Datensatz zu erkunden, ein Dokument zu übersetzen oder eine Frage ohne Programmierkenntnisse zu stellen. Sie kann aber auch eine schwache Quelle hinter einer überzeugenden Antwort verbergen. Zum Zugang zu Wissen gehört deshalb die Möglichkeit, die Herkunft einer Antwort zu verstehen.
Je leistungsfähiger unsere Werkzeuge werden, desto wertvoller ist es, die Belege, die Methoden und die Möglichkeit zum Hinterfragen zu teilen.
Darum ist offenes Wissen heute so wichtig. Es gibt uns etwas, woran wir gemeinsam arbeiten können: überprüfbare Quellen, verbesserbare Methoden und Erkenntnisse, die sich korrigieren lassen. Gemeinsame Belege beenden Meinungsverschiedenheiten nicht. Sie können die Auseinandersetzung fundierter und produktiver machen.
Offenes Wissen im Zeitalter der KI-Agenten
KI-Agenten können Werkzeuge verwenden und mehrere Arbeitsschritte ausführen. Damit werden vertraute Fragen zu offenen Daten für uns noch dringlicher. Wenn ein Agent einen öffentlichen Datensatz abruft, ihn mit einer weiteren Quelle kombiniert und eine Handlung vorschlägt: Kann ein Mensch diesen Weg nachvollziehen? Sind Aktualität, Lizenz, fehlende Werte und getroffene Entscheidungen sichtbar?
Das sind konkrete Gestaltungsfragen. Wir wollen KI erkunden, die Quellen nennt, Zusammenhänge erhält, Unsicherheit verständlich macht und folgenreiche Entscheidungen in menschlicher Verantwortung belässt. Eine offene Lizenz und ein funktionierender Download sind ein Anfang. Dokumentation, nachvollziehbare Herkunft, Barrierefreiheit und Korrekturmöglichkeiten machen die Weiterverwendung sinnvoll.
Die Open Knowledge Foundation arbeitet bereits an diesen Fragen. Ihre AI Learning Labs entwickeln praktische, offen geteilte Ansätze für verantwortungsvolle KI. Ein Gespräch mit Partnern aus der Verwaltung Brasiliens und Uruguays vom September 2026 beschreibt Versuche, KI-Werkzeuge mit öffentlichen Daten zu verbinden und dabei den Weg zurück zu den Quellen zu erhalten. Diese Richtung inspiriert die Arbeit, die wir in Österreich entwickeln wollen.
Offenheit braucht auch Sorgfalt. Personenbezogene Informationen zu schützen, die in Daten abgebildeten Menschen zu respektieren und die Grenzen eines Datensatzes zu erkennen, gehört zur selben Diskussion wie seine Nutzung. Sinnvolle Offenheit entsteht durch bewusste Entscheidungen.
Ein Anfang, an dem du mitwirken kannst
Wir wollen offene Daten leichter nutzbar machen, Menschen zum gemeinsamen Lernen zusammenbringen und erkunden, wie offene Werkzeuge das öffentliche Verständnis stärken. Dabei möchten wir mit Forschung, Journalismus, Entwicklung, Bildung, öffentlichen Institutionen und Zivilgesellschaft praktisch arbeiten.
Ein konkreter Ausgangspunkt ist der Neustart von Open Data Inside. Das Projekt macht Menschen und Anwendungen sichtbar, die offene Daten nutzen. Ein Badge ist eine kleine Sache. Das Gespräch über die Herkunft von Informationen und darüber, was daraus entsteht, kann weit darüber hinausreichen.


Daniel Dobriy, Director, und Shahrom Sohi, Treasurer, gestalten diesen neuen Anfang mit. Wir freuen uns über Menschen aus der früheren österreichischen Community ebenso wie über alle, die offenes Wissen gerade erst entdecken.
Bring eine Frage, einen Datensatz, ein Projekt oder eine Perspektive mit, die uns fehlt. Erzähl uns, was Wissen für deine Community nützlicher machen würde. Entdecke das weltweite Open Knowledge Network und hilf uns, diese internationale Diskussion mit der Arbeit hier in Österreich zu verbinden.
Ein neuer Anfang ist eine Einladung. Machen wir etwas, das sich zu teilen lohnt.
Quellen & weiterführende Links
Die historischen und projektbezogenen Grundlagen dieses Beitrags.
Gestalte mit, was jetzt beginnt.
Bring deine Fragen, deine Erfahrung oder eine Idee mit, die wir gemeinsam erkunden sollten.
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